260508_Team Retreat Oberholz

Portrait

Wirtschaftlichkeit, Ressourcenschutz und Klimaanpassung gehören im Obst- und Weinbau immer enger zusammen. Klimawandel, Spätfrost, Trockenstress, Pflanzengesundheit, Arbeitsorganisation und steigende Dokumentationsanforderungen stellen Betriebe vor komplexe Entscheidungen. Zugleich bestehen Forderungen nach einem Einsatz von mehr Sensorik, Drohnen, Datenplattformen und KI-basierten Auswertungsverfahren. Für viele Betriebe ist jedoch schwer einzuschätzen, welche Lösungen im Alltag zuverlässig funktionieren, wie sie in bestehende Abläufe passen und welchen konkreten Nutzen sie für Planung, Ressourceneinsatz und Betriebsführung haben.

Genau hier setzt EXPRESS.smart an. Das Nachfolgeprojekt von EXPRESS erprobt digitale und KI-basierte Lösungen gemeinsam mit Praxisbetrieben und weiteren regionalen Akteuren unter realen Bedingungen im Obst- und Weinbau in Mitteldeutschland. Ziel ist es, praxistaugliche Anwendungen sichtbar zu machen, ihre Wirkung einzuordnen und Betrieben verlässliche Orientierung für den digitalen Wandel im Sonderkulturanbau zu geben.
Im Mittelpunkt stehen sechs praxisorientierte Schwerpunkte: integriertes Frostmonitoring, Pflanzengesundheitsmonitoring, Wasserhaushaltsmonitoring und -management, Ertragsoptimierung und -prognose, Entwicklung von Datenkompetenz sowie smarte Dokumentation. Damit adressiert EXPRESS.smart zentrale Fragen der Sonderkulturen – von der frühzeitigen Risikobewertung über bedarfsgerechte Maßnahmen bis hin zur besseren Nutzung betrieblicher Daten.

Digitale Technologien im Praxistest
EXPRESS.smart knüpft an die im Vorgängerprojekt EXPRESS aufgebauten Demonstrations- und Erprobungsstrukturen an und entwickelt sie gezielt weiter. Bestehende Sensorik, Dateninfrastrukturen, Kommunikationskanäle und die Mobile Scheune werden nachgenutzt, wo sie passen, und dort ergänzt, wo neue Fragestellungen zusätzliche Technologien erfordern.
Die Erprobungen finden auf Versuchs- und Praxisflächen mitteldeutscher Obst- und Weinbaubetriebe statt. Dabei werden die Anforderungen der Betriebe zu Beginn systematisch erhoben, Demonstrationskonzepte gemeinsam geschärft und die entwickelten Lösungen wiederholt mit Anwenderinnen und Anwendern validiert. So bleibt das Experimentierfeld eng an den realen Arbeitsbedingungen der landwirtschaftlichen Praxis ausgerichtet.

Vielseitige Kompetenzen im Forschungsverbund
Mit den Chancen und Risiken der Digitalisierung im Wein- und Obstanbau beschäftigt sich in EXPRESS.smart ein interdisziplinärer Forschungsverbund, der die verschiedenen Kompetenzen der beteiligten Institute bündelt und zusammenführt. So trägt das Institut für Wirtschaftsinformatik an der Universität Leipzig seine Expertise zur datengetriebenen Vernetzung und Digitalisierung bei. Das Institut für Angewandte Informatik (InfAI) bringt seine Kompetenzen in den Bereichen Datenmanagement, digitale Plattformen und anwendungsnahe KI-Lösungen ein. Die Spezialistinnen und Spezialisten des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung – UFZ bringen umfassendes Know-how zu Landwirtschaft, Umweltforschung und Ressourcenschutz mit ins Projekt.
Das Fraunhofer-Insitut für System- und Innovationsforschung ISI zeigt sich für den Technologie- und Wissenstransfer verantwortlich. Und mit dem IMMS Institut für Mikroelektronik- und Mechatronik-Systeme gemeinnützige GmbH ist einer der führenden Entwickler von drahtlosen Sensornetzwerken in Deutschland mit an Bord.

Mit der Landwirtschaft – für die Landwirtschaft
Bei aller wissenschaftlicher Expertise im Forschungsverbund, stehen am Ende jedoch immer Sie als Anwender im Mittelpunkt von EXPRESS. Denn bewähren müssen sich neuartige Verfahren nicht in abstrakten Computermodellen: Was zählt, ist ihre Leistung auf dem Feld.
Sie interessieren sich dafür, wie auch Ihr Betrieb von den Möglichkeiten vernetzter Technologie profitieren kann? Dann kontaktieren Sie uns – EXPRESS ist ein offenes Projekt für alle, die an der digitalen Zukunft der Landwirtschaft teilnehmen möchten.

Bescheidübergabe

Hintergrund

Das Vorhaben EXPRESS.smart wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert. Die Projektträgerschaft erfolgt über die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) im Rahmen der Förderung der Digitalisierung in der Landwirtschaft mit den FKZ 28DE405A-E23

Mehr erfahren
Präsentation von Technologien während des Kick-Off-Workshops zu Projektbeginn

Infothek

In unserer Infothek finden Sie Hintergründe und Wissenswertes rund um EXPRESS. Externe Links verweisen zudem auf nützliche Informationen zur digitalen Landwirtschaft sowie auf die anderen Experimentierfelder.

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