Virtuelle Realität im Obst- und Weinbau: VR-Brille im Weinberg

Virtuelle Realität

Digitaler Zwilling im Spezialpflanzenbau

Obwohl wir uns dessen oft nicht bewusst sind, begegnen wir verschiedenen Anwendungen von Augmented Reality (AR) und Virtual Reality (VR) schon seit Jahren in unserem Alltag. Wenn bei einer Fußballübertragung Abseitsstellungen durch künstliche Linien sichtbar gemacht werden, ist das ein Fall von AR. Auch VR-Brillen finden in der Bevölkerung vermehrt Anklang. Sie ermöglichen das Eintauchen in virtuelle Landschaften und Umgebungen.

Doch VR, AR und Mixed Reality (MR – eine Kombination von AR und VR) bieten auch außerhalb von Sport und Unterhaltung vielfältige Potenziale. Bezogen auf Pflanzenbau und Sonderkulturen sind gleich mehrere Bereiche denkbar, die sich durch den Einsatz von AR und VR vereinfachen oder optimieren ließen.

Virtual Reality: datengetriebene Entscheidungen per Fernzugriff

In EXPRESS untersuchen wir konkret, inwiefern sich Prozessdaten im Obstbau und deren Einbindung in ein Farm-Management-Information-System (FMIS) für die Erstellung eines Digitalen Schattens nutzbar machen lassen. Durch einen solchen Digitalen Schatten eines landwirtschaftlichen Betriebs könnten unter anderem neue Möglichkeiten der Bestriebssteuerung geschaffen werden. Möglich wären etwa datengetriebene Entscheidungen per Fernzugriff.

Und das funktioniert so: Mittels der Erhebung von Sensordaten und der Integration von externen Datenquellen wie Wetterstationen kann im FMIS ein digitales Abbild des Schlags erzeugt werden. Sind diese Daten erst vorhanden, können sie durch Techniken Virtueller Realität aufbereitet und visualisiert werden. So entsteht eine begehbare, dreidimensionale Repräsentation des Schlags, die der Betriebsleitung als Grundlage für schnellere und qualitativere Entscheidungen dienen kann – und das, dank der stetigen Übermittlung aktueller Sensordaten, in Echtzeit.

Chancen durch virtuelle Realität im Pflanzenbau

Eine Vielzahl möglicher Einsatzbereiche von VR, AR und MR in der Landwirtschaft wäre technisch möglich. Hierzu zählen etwa Schulungsszenarien für Mitarbeitende: So könnte die Vermittlung von Bewegungsabläufen bei bestimmten Arbeitsgängen durch Virtual Reality ergänzt werden. Die Aufzeichnung der Bewegungen und direktes, haptisches Feedback würden dabei einen nachhaltigen Lernprozess unterstützen. Auch im Marketing und Vertrieb könnte der Einsatz von Virtueller Realität neue Potenziale erschließen. Landwirtschaftliche Betriebe wären etwa in der Lage, ihren Kundinnen und Kunden hautnahe 3D-Besuche zu ermöglichen – dank VR-Brille ganz ohne Anreise und sogar pandemiekonform.

In EXPRESS wollen wir die Möglichkeiten durch VR, AR und MR im Pflanzenbau und den Reifegrad der untersuchten Technologien erproben. Dafür analysieren wir systematisch die Bedürfnisse der Anwenderinnen und Anwender und finden in Zusammenarbeit mit landwirtschaftlichen Betrieben Antworten auf die drängendsten Fragen, die sich in der Praxis stellen.

Sie haben Fragen zum Schwerpunkt Virtuelle Realität oder möchten mehr über die Mehrwerte der Technologie für Ihren Betrieb erfahren? Unser Experte Martin Schieck vom Institut für Wirtschaftsinformatik der Universität Leipzig freut sich über Ihre Nachricht!

schieck@wifa.uni-leipzig.de

Plakat: Virtuelle Realität

Die Zunahme der Leistungsfähigkeit von Headsets für Virtual-Reality (VR) und mobilen Datenbrillen für Augmented Reality (AR) sowie die gleichzeitig sinkenden Anschaffungskosten ermöglichen den Einsatz der Technologie auch in landwirtschaftlichen Betrieben.

Zum Plakat