Portrait

Lösungen erleben: Gemeinsam mit der Landwirtschaft gestalten wir ein Schaufenster für die Potenziale vernetzter digitaler Technologien und bereiten so den Weg für einen nachhaltigen und effizienten Pflanzenbau.

Wirtschaftlichkeit und Umweltschutz: Diese Begriffe standen lange für verschiedene Ansätze im Pflanzenbau, deren Ziele und Methoden als unvereinbar angesehen wurden. Zu verhärtet waren die Fronten zwischen konventioneller und ökologischer Landwirtschaft. Auf der einen Seite: chemische Pflanzenschutzmittel, Monokulturen und industrielle Produktion. Auf der anderen Seite: visionäre Weltverbesserer, Mondkalender und Ineffizienz. So in etwa lässt sich die Polarisierung zusammenfassen, die über Jahrzehnte hinweg die öffentliche Wahrnehmung prägte.

Die Zeiten haben sich geändert. Selbst internationale Agrochemiekonzerne überbieten sich heute in ihren Nachhaltigkeitsplänen. Und eine kaum zu überblickende Flut digitaler Technologien verspricht, was eigentlich undenkbar schien: die Versöhnung von Ökonomie und Ökologie – ausgerichtet am Leitbild einer hocheffizienten Landwirtschaft, die gleichzeitig Umwelt und Biodiversität schützt.

Chancen für kleine und mittlere Betriebe​

Auch in den Bereichen Pflanzenbau und Sonderkulturen bieten die meisten Hersteller von Agrartechnik mittlerweile entsprechende Technologien an. Ob Drohnen, Sensorik oder Datenintegration: Die potenziellen Lösungsansätze lassen sich mittlerweile kaum mehr überblicken. Gerade kleine und mittlere Betriebe stehen daher vor der Frage, welche Verfahren am besten zum eigenen Bedarf passen – und ob sie ihre Versprechungen in der Praxis tatsächlich auch halten.

Doch Zeit und Geld für eine intensive Beschäftigung mit den Potenzialen digitaler Technologien sind in vielen Betrieben kaum vorhanden. Geringe Gewinnmargen, die Erfüllung von Regulationen und die arbeitsintensive Pflege der Pflanzenbestände lassen wenig Raum für tiefergehende Analysen. Vor diesem Hintergrund werden Chancen schnell zu Risiken: Was, wenn sich neue Technologien nicht in bestehende Flotten einbinden lassen? Oder die Cloud des einen Herstellers die Daten des anderen nicht verarbeiten kann?

Erprobung vernetzter Technologien mit EXPRESS​

Diesen und weiteren Fragen gehen wir in Sachsen mit dem Experimentierfeld EXPRESS nach. Gemeinsam mit Landwirtinnen und Landwirten aus der Region testen wir verschiedene marktreife Technologien auf Herz und Nieren. Dabei arbeiten wir Hand in Hand mit den Anwendern und erproben digitale Lösungsansätze in fünf praxisorientierten Schwerpunkten direkt vor Ort.

Eine umfassende Wissenstransferstrategie gewährleistet dabei, dass von den Erkenntnissen am Ende alle beteiligten Akteure profitieren: Die Betriebe finden passgenaue Lösungen für den eigenen Bedarf, die Politik erhält klare Handlungsempfehlungen – und eine nachhaltige Landwirtschaft stärkt nicht nur Umwelt und Biodiversität, sondern letztlich die ganze Region.

Kompetenzen im Forschungsverbund​

Mit den Chancen und Risiken der Digitalisierung im Pflanzenbau beschäftigt sich in EXPRESS ein interdisziplinärer Forschungsverbund, der die verschiedenen Kompetenzen der Institute bündelt und zusammenführt. So trägt das Institut für Wirtschaftsinformatik an der Universität Leipzig seine Expertise zur datengetriebenen Vernetzung und Digitalisierung bei. Die Spezialisten des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung – UFZ bringen umfassendes Know-how über Landwirtschaft und Umweltforschung mit ins Projekt.

Das Fraunhofer-Zentrum für Internationales Management IMW zeigt sich für den Technologie- und Wissenstransfer verantwortlich. Und mit dem IMMS Institut für Mikroelektronik- und Mechatronik-Systeme gemeinnützige GmbH ist einer der führenden Entwickler von drahtlosen Sensornetzwerken in Deutschland mit an Bord.

Mit der Landwirtschaft – für die Landwirtschaft

Bei aller wissenschaftlicher Expertise im Forschungsverbund, stehen am Ende jedoch immer Sie als Anwender im Mittelpunkt von EXPRESS. Denn bewähren müssen sich neuartige Verfahren nicht in abstrakten Computermodellen: Was zählt, ist ihre Leistung auf dem Feld.

Sie interessieren sich dafür, wie auch Ihr Betrieb von den Möglichkeiten vernetzter Technologie profitieren kann? Dann kontaktieren Sie uns – EXPRESS ist ein offenes Projekt für alle, die an der digitalen Zukunft der Landwirtschaft teilnehmen möchten.

Hintergrund

Die Förderung des Vorhabens EXPRESS erfolgt aus Mitteln des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) aufgrund eines Beschlusses des deutschen Bundestages. Die Projektträgerschaft erfolgt über die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) im Rahmen der Förderung der Digitalisierung in der Landwirtschaft mit dem Förderkennzeichen FKZ 28DE102A-D18.

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