Wasserstress: Optimierung der Bewässerung in der Landwirtschaft

Wasserstress

Optimierung der Bewässerung für landwirtschaftliche Flächen

„Ein trocken Jahr / ist nicht unfruchtbar“, heißt es in einer alten Bauernregel. Doch was, wenn auf das trockene Jahr ein weiteres folgt? Und dann womöglich noch eines?

Wie die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen, ist dieses Szenario keineswegs unrealistisch. Ertrags- und Qualitätseinbußen aufgrund von Trockenheit sind im Pflanzenbau schon heute vermehrt anzutreffen – und werden aufgrund der globalen Erwärmung wohl noch weiterhin zunehmen.

Wasserknappheit sorgt zunehmend für Konflikte – auch in Deutschland

Um auf diese Entwicklung zu reagieren, setzen Landwirtschaftsbetriebe zunehmend auf die präventive Bewässerung ihrer Pflanzenbestände. Das war im wasserreichen Deutschland bislang auch kein großes Problem. Doch sollten trockene Sommer zur Regel werden, könnte es zu vermehrten Konflikten zwischen Landwirtschaft, Industrie und Wasserversorgern kommen – davor warnt unter anderem das Umweltbundesamt.

Einen Lösungsansatz könnten Methoden zur Bestimmung der Wasserversorgung von Pflanzenbeständen bieten. Solche Analysen würden es erlauben, Trockenstress früh zu erkennen und gezielt zu vermeiden, ohne dafür große Mengen kostbaren Trinkwassers aufzuwenden. Bislang basieren solche Messungen jedoch auf arbeitsintensiven und oft auch destruktiven Verfahren. Der Bedarf nach verlässlichen und zugleich pflanzenschonenden Möglichkeiten zum Wasserstress-Monitoring ist vor diesem Hintergrund groß.

Wasserstress-Monitoring durch kontinuierliche, skalenübergreifende in-situ-Messung

Ein vielversprechendes Verfahren zum Wasserstress-Monitoring bietet die kontinuierliche in-situ-Messung des Wasserpotenzials in Pflanze und Boden in Verbindung mit großräumigen Datensätzen aus Fernerkundung und Wetter-Monitoring. In Kombination mit Prognosemodellen zum Wasserfluss in der Pflanze könnten entsprechende Methoden eine bedarfsgerechte und pflanzenspezifische Bewässerungsplanung ermöglichen.

Ein solches Wasserstress-Monitoring-System testen wir mit EXPRESS unter anderem auf dem Testgelände GCEF des Helmholtz UFZ. Durch die beweglichen Dächer und Seitenwände der Anlage lassen sich die Auswirkungen von Hitze und Trockenheit auf Boden und Pflanze bestmöglich nachvollziehen. Die steuerbaren Bewässerungsanlagen des Testgeländes bieten ideale Bedingungen zur Erprobung dieser Technologie an unterschiedlichen Pflanzenkulturen.

Sie haben Fragen zum Schwerpunkt Wasserstress oder interessieren sich dafür, ob sich ein Wasserstress-Monitoring-System für Ihren Betrieb eignen würde? Unser Experte Hannes Mollenhauer vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung GmbH - UFZ freut sich über Ihre Nachricht!

hannes.mollenhauer@ufz.de

Factsheet: Lösungen gegen Wasserstress

In unserem Factsheet: Innovative Konzepte gegen Wasserstress werden drei konkrete Ansätze aus dem Forschungsprojekt EXPRESS beschrieben, deren Umsetzung es landwirtschaftlichen Betrieben im Obst- und Weinbau erlauben könnte, Dürreperioden besser zu überstehen.

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Trockenstress in Mitteldeutschland

Wasserstress-Monitoring für Mitteldeutschland: Basierend auf dem UFZ-Dürremonitor des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung finden Sie auf unserer Webseite aktuelle Daten zur Bodentrockenheit in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

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